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Die Virtuelle Akademie führte ein Seminar über das Bürgergeld durch

20 April 2009 | Bürgergeld,Onlineseminar

Unser aktuell bestehendes steuerliches Transfersystem ist zu kompliziert, mit zu wenig Arbeitsanreizen ausgestattet und zum Teil ungerecht. Das liberale Bürgergeld hingegen schafft einfache und nachvollziehbare Regeln. Vereinfacht gesprochen: Wer genug eigenes Einkommen zum Leben verdient, zahlt Steuern und derjenige, bei dem es nicht ausreicht, bezieht zusätzlich Bürgergeld. In jedem Fall verdient derjenige mehr, der arbeitet. Alle Sozialtransfers werden hierbei in einem einzigen System zusammengefasst und vom Finanzamt ausgezahlt.

Im Online-Seminar „Das liberale Bürgergeld“ der Virtuellen Akademie hat unsere Seminarleiterin, Brigitte Pöpel, dargestellt, wie einfach Bürgergeld funktionieren kann. Über 150 Teilnehmer diskutierten vom 09. bis 21. März u. a. über die Beibehaltung der beitragfinanzierten Sozialversicherungssysteme im Gegensatz zum steuerfinanzierten Umverteilungssystem des Bürgergelds.

Zur Einführung wurde der folgende animierte Film gezeigt, der die Grundidee des liberalen Bürgergeldmodells veranschaulicht:

Als Experte beantwortete Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft, Köln, die Fragen der Teilnehmer im Forum. Die meisten Teilnehmer waren grundsätzlich von der politischen Umsetzbarkeit des Bürgergeldes überzeugt. Geteilte Meinungen gab es bei der Einbeziehung von Kindern, Studenten und Rentnern in das Bürgergeldsystem. So waren einige Teilnehmer nicht damit einverstanden, dass Studierende auch Bürgergeld (Bafög ohne Rückzahlungsklausel) bekommen sollten.

Ein Teilnehmer fasste seine Meinung zum Bürgergeldmodell folgendermaßen zusammen: „Ich finde, man könnte durch ein Bürgergeld vor allem eines erreichen: Einen gerechten Sozialstaat! Die Art und Weise, wie bei uns Sozialleistungen verteilt werden, ist undurchschaubar und führt dazu, dass sich niemand mehr mit ihm identifizieren kann. …”


6 Kommentare zum Artikel “Die Virtuelle Akademie führte ein Seminar über das Bürgergeld durch”

  • 1 W. Backhaus schreibt am 25. June 2009 um 03:59

    Wo kann man denn die Informationen erhalten, damit man das Quiz tatsächlich bestehen kann?

  • 2 Hannes Hofmann schreibt am 13. August 2009 um 14:49

    Zu dem Thema gäbe es noch einiges zu schreiben.

  • 3 Hansen Klaus schreibt am 8. October 2009 um 20:37

    Das wäre eine mehr als glückliche fügung wenn ein solchers “bürgergeld” eingeführt würde.-Dazu bleiben mir aber fragen:
    01)was wird mit berufseinsteigern die noch nie gearbeitet haben?
    02)wird dieses geld auch an bürger gezahlt die aus fremden ländern als “familien nachzug” einreisen.
    03)wird dieses geld so auch an “asyl bewerber” gezahlt.
    In den fällen 2 und 3 wäre es einen einladung für noch mehr menschen sich in die hängematte zu legen.
    –Zum anderen werden dann wohl ein paar tausen menschen in den verwaltungen der komunen arbeitslos.?????
    Leider sehe ich deshalb keine chance für das “bürgergeld”.

  • 4 Krause schreibt am 21. November 2009 um 17:30

    Das Bürgergeld wird dazu führen, dass Unternehmen noch geringere Löhne zahlen. Wenn es nicht gleichzeitig eine Festlegung zum Mindestlohn gibt, ist das eine tolle Gelegenheit für Lohnsenkungen. Der Lebensunterhalt wird ja gesichert durch den Staat.

  • 5 kfunk schreibt am 11. March 2010 um 14:31

    Ein gesetzlicher Mindestlohn wäre nicht flexibel genug. Durch die Einführung des Mindestlohns würde eine für viele Leistungsempfänger kaum zu überwindende Marktzugangsbarriere errichtet. Darüber hinaus würden Arbeitsmöglichkeiten in großem Umfang vernichtet.

  • 6 Gunther Kollmuss schreibt am 27. April 2010 um 12:05

    Zitat: “eine für viele Leistungsempfänger kaum zu überwindende Marktzugangsbarriere” Wie das denn? Steigen dann aufeinmal die Ansprüche die die Jungs vom Sicherheitsdienst machen sollen.

    Diese Argumentation verdreht doch die Tatsachen. Es sind doch die Unternehmen die Kosten sparen wollen bzw. Gewinne maximieren wollen und das über Löhne realisieren die schlicht inakzeptabel sind. Wenn hierfür jetzt – via Mindestlohn – eine gerechte Bezahlung eingefordert wird, dann ist dass doch lediglich die Reaktion der Gesellschaft ihre schwachen Mitglieder vor Willkür und Ausbeutung zu sichern.

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